Rezensionen

Beim Schreiben von Rezensionen geht es mir weniger darum eine Empfehlung auszusprechen oder einen Verriss zu schreiben.
Vielmehr geht es mir um eine Hinführung zu einer geglückten Begegnung zwischen Rezipient und Medium.

Dabei gehe ich so vor, dass ich versuche, den „Code“ eine Buches zu „knacken“, das heißt seine Inhalte, seine Machart, seinen Stil, seine Intention und seine Wirkung so zu analysieren und zu beschreiben, dass für den potentiellen Käufer sichtbar wird, ob das Buch zum jeweiligen Kind in seiner speziellen Lebenssituation passt oder nicht.

Meine Rezensionen zeichnen sich durch den Respekt vor dem kreativ Schaffenden aus und gleichzeitig sind sie orientiert an den Bedürfnissen und Voraussetzungen des lesenden, betrachtenden oder hörenden Kindes. Dabei helfen mir meine pädagogischen, literaturwissenschaftlichen und theologischen Kenntnisse. Vor allem aber auch meine Erfahrungen als Erziehende meiner eigenen Kinder.

Die hier vorliegenden Rezensionen sind ein kleiner Teil meines Repertoires und decken die Bereiche religiöses Kinder- und Jugendbuch ab. Sie zeigen zum einen meine Herangehensweise, als auch meine kritische Haltung. Sie erschienen in den Jahren 2000 bis 2003 im Eselsohr (Fachzeitschrift für Kinder-und Jugendmedien).

Religiöse Bilderbücher sind eine hervorragende Möglichkeit Kinder mit Religion bekannt zu machen. Besonders wichtig ist dabei eine authentische als auch Kind gerechte Sprache. Die Qualität der Illustrationen muss besonders hoch sein, denn Religion ist sowohl durch Sprache als auch durch Kunst vermittelbar.
Das religiöses Jugendbuch sollte anderen Anforderungen folgen.  „Jugendtümelei“ im Sprachgebrauch und das Außerachtlassen der religionspsychologischen Entwicklungsstufen des Rezipienten kann ein Buch schlichtweg „durchfallen“ lassen.
Auch die Bibel zum Hören unterliegt aus theologischer und religionspädagogischer Sicht bestimmten Maßstäben. Alte Klischees aus dem „Alten Testament“ schüren Vorurteile.
Heiligenlegendendienten von jeher der Vermittlung moralischer Vorstellungen der Kirche. Wie wenig zeitgemäß das heute sein kann zeigt diese Rezension, die beim Autor des Buches heftigen Widerstand hervorgerufen hat.
Im  weitesten Sinne religiös ist auch ein Holocaust-Kinderbuch, wenn man Religion mit dem Theologen Paul Tillich definiert, als das „Ergriffensein von dem, was uns unbedingt angeht“.